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Finanzkommission Gesundheit plant Reformvorschläge für Dezember

Deutsches Ärzteblatt•
Finanzkommission Gesundheit plant Reformvorschläge für Dezember - gesundheit news

Die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) beauftragte Finanzkommission Gesundheit (FKG) wird voraussichtlich am 18. Dezember ihre Vorschläge zu weitreichenden Strukturreformen im Gesundheitswesen präsentieren. Dies kündigte der Vorsitzende Ferdinand Gerlach in der Onlineausgabe der Ärzte Zeitung an.

Ein zentraler Bestandteil des Berichts soll die im Koalitionsvertrag festgelegte Primärversorgung sein. Das Ziel besteht darin, die Steuerung zu verbessern und die im internationalen Vergleich überdurchschnittlich häufigen Arzt-Patienten-Kontakte in Deutschland zu reduzieren.

Hintergrund der Kommission und Sparmaßnahmen

Die Kommission wurde im September 2025 eingesetzt. Bereits Ende März legte sie einen Bericht mit 66 Empfehlungen vor, die auf Milliardeneinsparungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abzielen. Viele dieser Vorschläge wurden im Rahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes umgesetzt. Auf diese Sparmaßnahmen sollen nun die geplanten Strukturreformen folgen.

Ferdinand Gerlach betonte die Notwendigkeit der Veränderungen angesichts einer alternden Gesellschaft und der insgesamt abnehmenden Arbeitszeit von Ärzten im Gesundheitswesen. Er erklärte:

„Es könne nicht bei ganz vielen unnötigen Kontakten bleiben. Wenn man so weitermacht wie bisher, laufen wir in einen solchen Mangel hinein. Das System kann daher nicht so arztzentriert bleiben wie bisher.“

Abkehr von der arztzentrierten Honorierung

Die Experten sehen ein Potenzial darin, die Ärzte zu entlasten, indem die Honorierung nicht mehr ausschließlich auf den Arzt zugeschnitten ist. Kommissionsmitglied Jonas Schreyögg forderte eine Änderung des aktuellen Systems:

„Das Honorierungssystem ist zu stark auf den Arzt zugeschnitten. Es wäre zielführender, die Honorierung nicht nur an die Leistung des Arztes zu koppeln, sondern eher an das Team.“

Gerlach bezeichnete die aktuelle Situation als ein „Dogma der persönlichen Leistungserbringung durch den Vertragsarzt“. Dieses hindere eine teamorientierte Organisation und Abrechnung der Versorgung.

Modelle der Primärversorgung

Die Wissenschaftler führen an, dass in einem funktionierenden Primärversorgungssystem Hausärzte den Großteil der Patienten abschließend behandeln sollten, anstatt lediglich Überweisungen an Fachärzte auszusprechen. Für ländliche Regionen fordern die Sachverständigen zudem den Aufbau von Primärversorgungszentren.

In diesen Zentren sollen verschiedene Berufsgruppen im Team zusammenarbeiten. Die Leitung solcher Zentren könnte auch durch nicht-ärztliche Berufe, wie beispielsweise Physician Assistants, erfolgen. Ferdinand Gerlach merkte hierzu an:

„Da sind wir regulatorisch noch in einer Grauzone.“

Als historische Beispiele verwies Gerlach auf Polikliniken sowie auf die früheren Gemeindeschwestern in der ehemaligen DDR.

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