Bischof von Lourdes untersagt Piusbruderschaft Messen im Heiligtum
Der Bischof von Tarbes und Lourdes, Jean-Marc Micas, hat der Priesterbruderschaft St. Pius X. die Erlaubnis entzogen, im Heiligtum von Lourdes Messen zu feiern und Sakramente zu spenden. Damit widerruft er die bisher geltende Genehmigung für die Gruppe.
Grund für die Entscheidung sind Bischofsweihen in Écône am 1. Juli, die ohne päpstliche Erlaubnis durchgeführt wurden. In der Folge hatte der Vatikan alle Mitglieder der Bruderschaft als schismatisch bezeichnet. Micas erklärte in einem Informationsblatt, dass diese Weihen eine neue Situation in den Beziehungen zwischen der Bruderschaft und der katholischen Kirche geschaffen hätten.
Der Bischof betonte, dass er weder die Feier der Messe noch die der übrigen Sakramente oder die öffentlichen Gebete der Bruderschaft im Inneren des Heiligtums genehmigen könne. Zu seiner Entscheidung äußerte er sich wie folgt:
„Wir sind zutiefst betrübt angesichts der Situation, in der das Gewand Christi zerrissen wird – eine Situation, die durch unsere Spaltungen verursacht wird.“
Micas räumte ein, dass seine Entscheidung „Schmerz und vielleicht auch Unverständnis“ hervorrufen könne. Gläubige der Piusbruderschaft dürfen das Heiligtum jedoch weiterhin betreten und dort privat beten.
Die Entscheidung erfolgt vor dem Besuch von Papst Leo XIV. in Frankreich, der vom 25. bis 28. September stattfindet. Der Papst plant am 27. September eine Freiluftmesse in Lourdes, um für den Frieden in der Welt zu beten.

