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Studie: Persönliche Hürden bremsen Bewegung junger Erwachsener in Südtirol

Rai News•
Studie: Persönliche Hürden bremsen Bewegung junger Erwachsener in Südtirol - lebensstil news

Eine Untersuchung der Freien Universität Bozen unter 400 jungen Erwachsenen in Südtirol zwischen 18 und 34 Jahren zeigt ein zweigeteiltes Bild der körperlichen Aktivität. Während über 80 Prozent die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche erreichen, verfehlen 17 Prozent diese Mindestwerte.

Diese Gruppe der körperlich Inaktiven ist überwiegend über 27 Jahre alt und lebt in Orten mit weniger als 15.000 Einwohnern. Als Hauptgrund für den Bewegungsmangel identifizierte das Forscherteam persönliche Barrieren. Dazu zählen:

  • mangelndes Vertrauen in die eigene sportliche Fähigkeit,
  • fehlende Körperwahrnehmung,
  • Schwierigkeiten beim Aufbau neuer Routinen,
  • der Eindruck, im Alltag keine Zeit für Bewegung zu finden.

Menschen mit hohen persönlichen Barrieren haben laut der Studie eine fast vierfach erhöhte Wahrscheinlichkeit, die WHO-Mindestwerte nicht zu erfüllen. Soziale und umweltbezogene Barrieren spielen eine geringere Rolle. Trotz des hohen Aktivitätsniveaus sitzen die Befragten durchschnittlich fast fünf Stunden täglich.

Folgen und Lösungsansätze

Attilio Carraro, Dozent für Bewegungs- und Sportwissenschaften in Brixen, weist darauf hin, dass Inaktivität in dieser Lebensphase oft dauerhaft bestehen bleibt. Laut einem Bericht von WHO und OECD könnte Italien bis 2050 jährlich 2 Milliarden Euro für die Behandlung bewegungsmangelbedingter Krankheiten aufwenden müssen.

Die Forschenden schlagen vor, Gesundheitsförderung stärker zu individualisieren und Bewegung in den Alltag zu integrieren, etwa durch Treppensteigen. Zudem solle Bewegung als soziale Aktivität gefördert werden. Für die Sicherheit im öffentlichen Raum seien gut beleuchtete Wege wichtig, damit Menschen etwa abends ohne Angst joggen oder spazieren gehen können.

Als technisches Hilfsmittel wird Künstliche Intelligenz (KI) genannt. Apps, Chatbots oder digitale Avatare könnten Menschen individuell begleiten und an Bewegung erinnern. Das größte Potenzial sehen die Experten in hybriden Modellen, die Fachkräfte aus der Bewegungswissenschaft mit KI-gestützten Impulsen kombinieren.

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