Unternehmensberatungen streben nach KI-Integration
Die Unternehmensberatungsbranche befindet sich in einem Wandel, bei dem die Grenzen zwischen Technologie und Consulting verschwimmen. Große Firmen positionieren sich verstärkt als „KI-native“ Unternehmen, um die Nachfrage nach Werkzeugen, Systemen und ganzheitlicher technischer Betreuung zu bedienen.
Fiona Czerniawska, CEO von Source Global, erklärt, dass Firmen eher Aufträge gewinnen, wenn sie als Technologieunternehmen wahrgenommen werden. Dies spiegelt sich in der Personalpolitik und in neuen Dienstleistungsmodellen wider:
- KPMG US: Definiert sich als Technologieunternehmen, das Dienstleistungen in Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung erbringt.
- PwC: Hat ein Ausbildungsprogramm mit 15 KI-orientierten Kernkompetenzen sowie einen neuen „Engineering-Track“ eingeführt.
- Accenture: Stellte in den letzten zwei Jahren fast 40.000 KI- und Datenfachleute ein.
- EY: Zuwachs von 61.000 Technologieexperten seit 2023.
- McKinsey: Nutzt den internen KI-Chatbot „Lilli“ im Recruiting-Prozess.
Der wirtschaftliche Einfluss dieser Entwicklung ist messbar. Bei der Strategieberatung BCG machen KI- und technologieorientierte Dienstleistungen mittlerweile über 40 Prozent des weltweiten Gesamtumsatzes aus. Bei McKinsey machen KI-Initiativen rund 40 Prozent der Arbeit aus.
Trotz der technologischen Expansion betonen Führungskräfte die Beständigkeit des Kerngeschäfts. Errol Gardner, Global Head of Consulting bei EY, sieht KI als „neues Werkzeug im Werkzeugkasten“, um Kunden von einem Zustand in einen anderen zu begleiten. Ähnlich äußert sich Matt Wood von PwC, wonach es das Ziel sei, mithilfe von KI die „beste Version ihrer selbst“ zu werden. Während die Arbeit durch KI technischer wird, bleibt die Bewältigung von organisatorischem Wandel, Regulierung und Data Governance eine zentrale Aufgabe der Berater.

